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Was ist aus dem Begriff "Genuin" auf meiner Internetseite geworden?

Bisher haben Sie auf meiner Internetseite den Begriff "Genuine Homöopathie" gefunden, von dem ich mich verabschiedet habe. In wenigen Sätzen möchte ich Ihnen erklären, warum. Im Laufe der 220 Jahre Homöopathiegeschichte ist es dazu gekommen, dass sich mehrere Formen des homöopathischen Arbeitens entwickelten. So zum Beispiel die von Hahnemann ursprünglich entwickelte Methode und schon zu seinen Lebzeiten entstand die klinische Homöopathie, die nach Diagnosen vorgeht: man nehme bei Schnupfen Arznei XY. Das individualisierende Prinzip wurde stark vereinfacht und auf die momentan diagnostizierten Krankheitsnamen beschränkt. Auf dieser klinischen Homöopathie beruht auch die Komplexmittelhomöopathie: viele Arzneien werden für eine Diagnose oder einen Krankheitszustand zusammen gemischt, was mit der Homöopathie Hahnemanns definitiv nichts mehr zu tun hat. Als die Homöopathie in Deutschland in den 60er-Jahren eine Renaissance erlebte, grenzten sich die damaligen Homöopathen, die sich wieder an den Vorgaben Hahnemanns orientierten, mit dem Begriff der "Klassischen Homöopathie" von den Klinikern ab. In den 80er-Jahren entstanden dann innerhalb der Klassischen Homöopathie zunehmend psychologisch-psychotherapeutisch eingefärbte Vorgehensweisen, bei denen der Typus des Menschen wichtiger wurde als die Krankheit. Diese Schulen haben sich bis heute vielfältig aufgefächert und als es in den letzten 10 Jahren eine erneute Rückbesinnung auf Hahnemann innerhalb der Homöopathenschaft gab, grenzten sich diese von den psychologisch eingefärbten Modeströmungen durch den Begriff "Genuine Homöopathie" (genuin, lat.: ursprünglich) ab. Da in der Zwischenzeit auch der Begriff "genuin" innerhalb der Homöopathenschaft nicht mehr im eigentlichen Sinne verwendet wird, habe ich mich von jeglicher Zusatzbezeichnung meines homöopathischen Arbeitens verabschiedet und führe nur noch den Begriff "Homöopathie" bzw. "Homöopath" - so wie es zu Hahnemanns Zeiten üblich war. Ich denke, dieser schlichte Begriff, wie er von Hahnemann gewählt worden war, bringt am besten meine Arbeitsweise zum Ausdruck: die Orientierung am Original. 

 

Die Grundlage der Hahnemannschen Homöopathie in wenigen Worten

Jede Krankheit äußert sich in Form von Beschwerden. Jede Beschwerde besteht aus verschiedenen Symptomen und diese wiederum stellen sich in verschiedenen Zeichen dar. Somit besteht jedes Symptom aus mehreren Teilen, den Zeichen, welche wie "Bausteine" erscheinen.

Diese "Zeichen-Bausteine" zusammengesetzt ergeben ein Symptom, mehrere Symptome zusammengesetzt ergeben eine Krankheit! Und mehrere Krankheiten aus dem Leben eines Menschen ergeben seine Diathese, das ist seine Tendenz zu erkranken. Oft ist diese Tendenz auch in der Vorfahrenschaft zu erkennen und aus diesem Grund werden in der Homöopathie ebenfalls die Krankheiten aus der Familie abgefragt. Die Diathese ist das, was ich in dem Bild unter Therapien mit Gartenboden bezeichnet habe.

Zum Beispiel: Die Beschreibung stechender Magenschmerzen, die besonders nach dem Essen auftreten, in Rückenlage erträglicher sind und mit Übelkeit und saurem Aufstossen einhergehen führt zur medizinischen Diagnose einer Gastritis. Die Diagnose selbst dient dem Homöopathen zur Prognose, d.h. Einschätzung über Gefahr und eventuellen Komplikationen, nicht aber zur Arzneifindung. Hierzu werden die "Bausteine", die Zeichen des Beschwerdebildes genutzt:

Lokalität/Organ: Magen - Empfindung: stechend - Umstände: schlechter nach Essen, besser in Rückenlage - begleitet von: Übelkeit, saurem Aufstossen.

Nicht aufgrund der Diagnose, sondern anhand dieser genauen Zeichen des Krankheitsbildes ist es dem Homöopathen möglich eine Arznei zu finden, die dieser Beschwerde des Kranken entspricht. Daraus ist auch zu ersehen, dass es kein "Magenmittel" schlechthin gibt, da jeder Magenschmerz in seinen Zeichen anders ist und somit jeder Patient mit Magenbeschwerden auch eine andere Arznei benötigt.

In der Homöopathie werden die Arzneien an gesunden Menschen geprüft, wodurch von jeder Arznei die ihr eigenen Symptome und damit deren Zeichen erkennbar werden. Diese für eine Arznei typischen Zeichen werden als die Arzneiwirkung zusammengefasst. Diese Arzneiwirkung wird nun mit den Zeichen der Beschwerde des Patienten verglichen. Die Arznei, die diesen Beschwerden am ähnlichsten ist, wird zur Heilung gegeben.

So kämen für die oben dargestellte Gastritis alle Arzneien in die engere Wahl, die in ihrer Wirkung am Gesunden vorzüglich den Magen betrafen, stechende Schmerzen an verschiedenen Organen/Lokalitäten hervorriefen, bei den verschiedensten Beschwerden eine Verschlechterung durch das Essen und eine Besserung durch Rückenlage erfuhren, sowie verschiedenste Beschwerden von saurem Aufstossen und unterschiedliche Schmerzen von Übelkeit begleitet waren.

Um diese hier in der Kürze einfach erscheinende und in der Praxis oftmals schwierige Aufgabe zu bewältigen, stehen dem Homöopathen verschiedene methodische Vorgehensweisen und Analysetechniken zur Verfügung, von denen eine jede ihre Stärken und Schwächen hat. So bestimmt die Art und Weise des jeweiligen Beschwerdebildes den Einsatz der entsprechenden Analysetechnik, um die Arznei zu finden, die für den Fall die höchste Wahrscheinlichkeit einer positiven Wirkung hat.

Und um diese Werkzeuge sinngemäß einsetzen zu können, muss zum einen der theoretische Teil (Heilgesetze, besondere Strategien bei bestimmten Erkrankungen usw.) verstanden und der praktische Teil (Kenntnis der Arzneiwirkungen) ständig weiter studiert werden. Ein wichtiger Punkt dabei ist: jeder Homöopath kann nur so gut sein, wie das Ausgangsmaterial, das er erhält. Dieses Ausgangsmaterial sind die Beobachtungen und Schilderungen des Patienten. Je genauer der Kranke die Details seiner Beschwerden kennt und wiedergeben kann, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine gut wirkende Arznei zu finden. 

Als vereinfachter Überblick mögen diese Zeilen genügen, das Thema ist selbstredend um einiges komplexer, als es hier im Sinne einer kurzen Darlegung wiedergegeben werden kann.

 

Da die Homöopathie eine sehr zeitaufwändige Therapie ist, bestehen Wartezeiten von unterschiedlicher Länge. Nähere Information erfragen Sie bitte telefonisch während der Sprechzeiten.

Kosten:   Diese sind für die Homöopathie, je nach Art, Zeitdauer und Aufwand der Arzneifindung sehr differenziert. Mit Ihrer Anmeldung zu einem Ersttermin erhalten Sie ein genaues Schreiben, dem Sie alle relevanten Informationen entnehmen können. Diesem Schreiben liegt ein Vorab-Fragebogen bei, Ihr Termin wird erst nach Zusendung dieses Fragebogens verbindlich. Sie können sich also unverbindlich informieren, bevor Sie den Termin bestätigen und dann auch nutzen wollen.