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Die Grundlage der Hahnemannschen Homöopathie in wenigen Worten

Jede Krankheit äußert sich in Form von Beschwerden. Jede Beschwerde besteht aus verschiedenen Symptomen und diese wiederum stellen sich in verschiedenen Zeichen dar. Somit besteht jedes Symptom aus mehreren Teilen, den Zeichen, welche wie "Bausteine" erscheinen und von mir im Gespräch gerne als Puzzle-Teile bezeichnet werden.

Diese "Zeichen-Bausteine" zusammengesetzt ergeben ein Symptom, mehrere Symptome zusammengesetzt ergeben eine Krankheit! Und mehrere Krankheiten aus dem Leben eines Menschen ergeben seine Diathese, das ist seine Tendenz zu erkranken. Oft ist diese Tendenz auch in der Vorfahrenschaft zu erkennen und aus diesem Grund werden in der Homöopathie ebenfalls die Krankheiten aus der Familie abgefragt. 

Zum Beispiel: Die Beschreibung stechender Magenschmerzen, die besonders nach dem Essen auftreten, in Rückenlage erträglicher sind und mit Übelkeit und saurem Aufstossen einhergehen führt zur medizinischen Diagnose einer Gastritis. Die Diagnose selbst dient dem Homöopathen zur Prognose, d.h. Einschätzung über Gefahr und eventuellen Komplikationen, nicht aber zur Arzneifindung. Hierzu werden die "Bausteine", die Zeichen des Beschwerdebildes genutzt:

Lokalität/Organ: Magen - Empfindung: stechend - Umstände: schlechter nach Essen, besser in Rückenlage - begleitet von: Übelkeit, saurem Aufstossen.

Nicht aufgrund der Diagnose, sondern anhand dieser genauen Zeichen des Krankheitsbildes ist es dem Homöopathen möglich eine Arznei zu finden, die dieser Beschwerde des Kranken entspricht. Daraus ist auch zu ersehen, dass es kein "Magenmittel" schlechthin gibt, da jeder Magenschmerz in seinen Zeichen anders ist und somit jeder Patient mit Magenbeschwerden auch eine andere Arznei benötigt.

In der Homöopathie finden wir durch die Arzneiprüfung am Gesunden heraus, welches die jeder Arznei eigenen Symptome und damit ihre Zeichen sind. Diese für eine Arznei typischen Zeichen werden als die Arzneiwirkung zusammengefasst. Diese Arzneiwirkung wird nun mit den Zeichen der Beschwerde des Patienten verglichen. Die Arznei, die diesen Beschwerden am ähnlichsten ist, wird zur Heilung gegeben: similia similibus curentur - Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt. Dies ist das sogenannte Simile-Gesetz, die Grundlage der Homöopathie.

So kämen für die oben dargestellte Gastritis alle Arzneien in die engere Wahl, die in ihrer Wirkung am Gesunden vorzüglich den Magen betrafen, stechende Schmerzen an verschiedenen Organen/Lokalitäten hervorriefen, bei den verschiedensten Beschwerden eine Verschlechterung durch das Essen und eine Besserung durch Rückenlage erfuhren, sowie verschiedenste Beschwerden von saurem Aufstossen und unterschiedliche Schmerzen von Übelkeit begleitet waren.

Um diese hier in der Kürze einfach erscheinende und in der Praxis oftmals schwierige Aufgabe zu bewältigen, stehen dem Homöopathen verschiedene methodische Vorgehensweisen und Analysetechniken zur Verfügung, von denen eine jede ihre Stärken und Schwächen hat. So bestimmt die Art und Weise des jeweiligen Beschwerdebildes den Einsatz der entsprechenden Analysetechnik, um die Arznei zu finden, die für den Fall die höchste Wahrscheinlichkeit einer positiven Wirkung hat. Der Königsweg, um die Arznei zu finden, quasi Plan-A, ist das Symptomen-Lexikon (Näheres dazu lesen Sie hier). Ist dieser Königsweg einmal nicht möglich, gibt es als Plan-B weitere Methodiken der Arzneifindung (von Bönninghausen, G.H.G. Jahr, Boger). Die Methodik nach dem Amerikaner J.T. Kent hat sich aufgrund von missverständlichen Übersetzungen aus dem alten Deutsch in das Amerikanische so weit vom ursprünglichen Vorgehen Hahnemanns entfernt, dass die Kent´sche bzw. Klassische Homöopathie als eine eigene Methodik angesehen werden muss, auch wenn Kent sich selbst auf Hahnemann beruft. 

Um diese Werkzeuge sinngemäß einsetzen zu können, muss zum einen der theoretische Teil (Heilgesetze, besondere Strategien bei bestimmten Erkrankungen usw.) verstanden und der praktische Teil (Kenntnis der Arzneiwirkungen) ständig weiter studiert werden. Ein wichtiger Punkt dabei ist: jeder Homöopath kann nur so gut sein, wie das Ausgangsmaterial, das er erhält. Dieses Ausgangsmaterial sind die Beobachtungen und Schilderungen des Patienten, also von Ihnen! Je genauer der Kranke die Details seiner Beschwerden kennt und wiedergeben kann, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine gut wirkende Arznei zu finden. (Eine Anleitung zum Erlernen der "homöopathischen Sprache" finden sie hier.)

Als vereinfachter Überblick mögen diese Zeilen genügen, das Thema ist selbstredend um einiges komplexer, als es hier im Sinne einer kurzen Darlegung wiedergegeben werden kann.